Das Krankenrückkehrgespräch

Zusammengestellt von Bernhard Stiedl (Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss)

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        recht, Sozialrecht und Steuerrecht für Arbeitnehmer" bestellen

 

Wenn Sie zum Krankenrückkehrgespräch noch weitere Fragen haben, können Sie sich an Ihre zuständige Gewerkschaft wenden. Sind Sie Mitglied einer Gewerkschaft haben Sie Anspruch auf kostenlose Rechtshilfe. Mitglied werden lohnt sich also!

 

Inhaltsverzeichnis

Krankenrückkehrgespräch

Teilnahme an einem Krankenrückkehrgespräch

Vorbereitung auf das Gespräch

Während des Gesprächs

Schweigepflicht des Arztes

Unzulässige Fragen

Nach dem Gespräch

 


 

Krankenrückkehrgespräch

Bei einem Krankenrückkehrgespräch handelt es sich um ein Gespräch, das der Vorgesetzte mit dem Erkrankten nach Rückkehr an seinem Arbeitsplatz führt. Es soll zur „Aufklärung der Krankheitsgründe" beitragen.

Das Gespräch kann aber die Grundlage für eine Abmahnung, Versetzung oder Kündigung sein. Denn laut geltender Rechtssprechung ist eine krankheitsbedingte Kündigung u.a. dann gerechtfertigt, wenn eine negative gesundheitliche Zukunftsprognose vorliegt.

Eine gute Vorbereitung auf das Gespräch hilft, mögliche Nachteile zu verhindern und sich nicht einschüchtern zu lassen.

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Teilnahme an einem Krankenrückkehrgespräch

In der Regel kann sich ein Arbeitnehmer einem Krankenrückkehrgespräch nicht verweigern. Bei der Einführung von Krankenrückkehrgesprächen hat allerdings der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht. Erkundigen Sie sich dort, ob es eine Betriebsvereinbarung über Krankenrückkehrgespräche gibt. Sie haben auch das Recht, ein Betriebsratsmitglied dem Gespräch hinzuzuziehen.

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Vorbereitung auf das Gespräch

Erwartet Sie nach Rückkehr an Ihren Arbeitsplatz ein Krankenrückkehrgespräch, sollten Sie sich darauf vorbereiten. Besprechen Sie sich mit dem Betriebsrat und Ihren Kollegen, die bereits ein solches Gespräch erlebt haben.

Machen Sie eine Checkliste. Anhand dieser Liste können Sie alle Belastungen und gesundheitlichen Beschwerden Ihres Arbeitsplatzes und des Umfelds erfassen. Belastungen, die sich durch eine Verbesserung Ihrer persönlichen Arbeitssituation, vermindern lassen, sollten Sie unbedingt zur Sprache bringen.

Bitten Sie den Betriebsrat, Sie bei dem Gespräch zu begleiten und zu unterstützen.

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Während des Gesprächs

Werden Ihnen Fragen gestellt oder Punkte angesprochen, zu denen Sie sich nach Absprache im Vorgespräch nicht äußern wollen (z.B. Krankheit und ihre Ursache), sollte dies vom Betriebsrat begründet werden.

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Schweigepflicht des Arztes

Auch wenn der Arbeitgeber es verlangt, müssen Sie Ihren behandelnden Arzt nicht von seiner Schweigepflicht entbinden. Sie sind weder zur Auskunft über Ihren Gesundheitszustand noch zur Entbindung des Arztes von der Schweigepflicht verpflichtet.

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Unzulässige Fragen

Fragen, die in die vom Grundgesetz geschützte Menschenwürde oder das Persönlichkeitsrecht eingreifen, sind nicht erlaubt. Die falsche Beantwortung solcher Fragen erfüllt nicht den Tatbestand der arglistigen Täuschung und ist daher auch kein Kündigungsgrund.

Unzulässig sind alle Fragen, die auf den rein persönlichen Bereich abzielen. Hier sind insbesondere Fragen über private Gewohnheiten, Bindungen oder Pläne zu nennen.

Sie müssen auch keine Auskunft über Ihre Krankheitsursache und -zustand geben. Dem Arbeitgeber ist nur unverzüglich die Arbeitsunfähigkeit als solche und deren voraussichtliche Dauer mitzuteilen.

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Nach dem Gespräch

Am Ende des Gesprächs sollte das Protokoll vom Betriebsrat und von Ihnen auf seine Richtigkeit überprüft werden. Achten Sie darauf, dass nachteilige Formulierungen oder Vereinbarungen ausgeschlossen sind.

Lassen Sie sich zum Schluss eine Kopie aushändigen. Das Protokoll brauchen Sie nicht zu unterschreiben.

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