Geringfügige Beschäftigung

Zusammengestellt von Bernhard Stiedl (Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss)

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        recht, Sozialrecht und Steuerrecht für Arbeitnehmer" bestellen

 

Wenn Sie zur geringfügigen Beschäftigung noch weitere Fragen haben, können Sie sich an Ihre zuständige Gewerkschaft wenden. Sind Sie Mitglied einer Gewerkschaft haben Sie Anspruch auf kostenlose Rechtshilfe. Mitglied werden lohnt sich also!

Eine Checkliste zum Arbeitsbeginn erhalten Sie hier.

 

Inhaltsverzeichnis

Geringfügigkeitsgrenze

Regelung geringfügiger Beschäftigung

Gleitzonen-Beschäftigung

Urlaubs- und Urlaubsgeldanspruch

Entlohnung an Feiertagen

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Kündigungsschutz

Mutterschutz

 


 

Geringfügigkeitsgrenze

1996: DM 590,- (€ 301,66)

1997: DM 610,- (€ 311,89)

1998: DM 620,- (€ 317,-)

1999: DM 630,- (€ 322,11)

2002: € 325,-

seit 2003: € 400,-

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Regelung geringfügiger Beschäftigung

Eine geringfügige Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat € 400,- nicht übersteigt oder die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens 2 Monate oder 50 Arbeitstage begrenzt ist.
Ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis bleibt für den Arbeitnehmer grundsätzlich steuer- und beitragsfrei in der Sozialversicherung.

Geringfügige Beschäftigungsverhältnisse bleiben für den Arbeitnehmer auch dann steuer- und beitragsfrei, wenn neben der Hauptbeschäftigung eine geringfügige Beschäftigung vorliegt.

Der Arbeitgeber hat für versicherte geringfügig Beschäftigte allerdings einen Krankenversicherungsbeitrag von 13 % zu leisten. Ist der Arbeitnehmer privat oder gar nicht versichert entfällt die Beitragspflicht.
Der Arbeitgeber hat für geringfügig Beschäftigte zudem einen Rentenversicherungsbeitrag von 15 % zu leisten. Daraus werden beschränkte Rentenansprüche erworben. Verzichtet der Arbeitnehmer durch schriftliche Erklärung auf Versicherungsfreiheit und stockt den Arbeitgeberbeitrag aus eigenen Mitteln auf den normalen Beitragssatz auf, erwirbt er damit eigenständige volle Rentenansprüche.
Der Arbeitgeber hat für geringfügig Beschäftigte eine Pauschalsteuer von 2 % mit Abgeltungswirkung (einschließlich der Kirchensteuer und des Solidarzuschlages) zu leisten.
Und der Arbeitgeber hat für geringfügig Beschäftigte eine Umlage von 0,1 % nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz zum Ausgleich der Arbeitsgeberaufwendungen bei Krankheit und Mutterschaft.

In haushaltsnahen Dienstleistungen hat der Arbeitgeber für geringfügig Beschäftigte jeweils 5 % für die Kranken- und Rentenversicherung, 2 % Pauschalsteuer für Lohn-, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag sowie eine Umlage von 0,1 % nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz zum Ausgleich der Arbeitsgeberaufwendungen bei Krankheit und Mutterschaft und 1,6 % für die Unfallversicherung zu leisten.

Hat der Arbeitnehmer mehrere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, werden dieses zusammengerechnet. In solchen Fällen sind geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, wenn sie über dem Grenzwert von € 400,- liegen, steuer- und beitragspflichtig in der Sozialversicherung.

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Gleitzonen-Beschäftigung

Im Einkommensbereich von 400,01 bis € 800,- steigt der Arbeitnehmerbeitrag für die Sozialversicherung von ca. 4 % linear auf den vollen Sozialversicherungsanteil an.

Um die Beiträge in diesem Bereich berechnen zu können, wird der Arbeitsverdienst mit Hilfe einer Formel in einen fiktiven Arbeitsverdienst umgerechnet, aus dem sich die Beiträge für die einzelnen Sozialversicherungszweige ableiten lassen.

Die Formel lautet: F x 400 + (2 – F) x (AE – 400)
F, ist ein Faktor, der jährlich offiziell bekannt gegeben wird. Er ergibt sich, wenn der Wert 30 Prozent durch den Gesamtsozialversicherungsbeitrag geteilt wird. Das Kürzel AE steht für den Arbeitsverdienst des Arbeitnehmers.

Die Besteuerung erfolgt in diesem Einkommensbereich individuell.

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Urlaubs- und Urlaubsgeldanspruch

Der Urlaubsanspruch der geringfügig Beschäftigten errechnet sich nach dem Umfang der Beschäftigung im Verhältnis zu den Vollzeitbeschäftigten.

Das Urlaubsgeld errechnet sich ebenfalls nach dem Umfang der Beschäftigung im Verhältnis zu den Vollzeitbeschäftigten.

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Entlohnung an Feiertagen

Auch geringfügig Beschäftigte haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung an Feiertagen. Voraussetzung ist aber, dass sie an diesem Tag gearbeitet hätten müssen, wenn kein Feiertag gewesen wäre.
Der Anspruch auf Bezahlung des Feiertags bleibt auch dann bestehen, wenn die anfallende Arbeit ersatzweise an einem anderen Wochentag geleistet wird.

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Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Der Arbeitgeber muss auch geringfügig Beschäftigten in den ersten 6 Wochen einer Krankheit das regelmäßige Entgelt weiterbezahlen.
Voraussetzung ist aber eine Mindestbeschäftigungsdauer im Betrieb von 4 Wochen.

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Kündigungsschutz

Das Kündigungsschutzgesetz, wie alle anderen arbeitsrechtlichen Ansprüche, gilt auch für geringfügig Beschäftigte.

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Mutterschutz

Die Mutterschutzgesetze gelten natürlich auch für schwangere geringfügig Beschäftigte.

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