Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Zusammengestellt von Bernhard Stiedl (Bitte beachten Sie den Haftungsausschluss)

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        recht, Sozialrecht und Steuerrecht für Arbeitnehmer" bestellen

 

Inhaltsverzeichnis

Sexuelle Belästigung

Was Betroffene tun können

Was der Arbeitgeber tun muss

Recht auf Arbeitsverweigerung

 


 

Sexuelle Belästigung

Die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist nach dem Gesetz jedes vorsätzliche, sexuell bestimmte Verhalten das die Würde von Beschäftigten am Arbeitsplatz verletzt.

Dies können sexuell bestimmte, ungewollte körperliche Berührungen (z.B. Pokneifen oder Klapse bzw. unerwartete Berührungen von Körperteilen), Bemerkungen sexuellen Inhalts bzw. anzügliche Bewerkungen über die Figur oder sexuelles Verhalten, sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen, die von den Betroffenen erkennbar abgelehnt werden, unerwünschte Einladungen mit eindeutiger Absicht, Androhung beruflicher Nachteile bei sexueller Verweigerung oder das Versprechen beruflicher Vorteile bei sexuellem Entgegenkommen sein.

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Was Betroffene tun können

Wer Opfer einer sexuellen Belästigung wird, hat zunächst das Recht, sich beim Vorgesetzten zu beschweren. Bei einer Belästigung durch den Vorgesetzten kann man sich bei dem nächst höheren Vorgesetzten beschweren.
Vorab sollte man sich aber an den Betriebsrat wenden und sich mit ihm absprechen, damit man gegebenenfalls den Rückhalt von ihm hat.

Wichtig ist die Erfolgsaussichten und die Konsequenzen einer Beschwerde vorab zu klären. Eine Beschwerde kann nur dann aussichtsreich sein, wenn der Betroffene die sexuelle Belästigung auch beweisen kann. Darin liegt häufig das Problem. Denn vor allem schwerwiegendere Belästigungen ereignen sich oft ohne Zeugen. Man kann jedoch, wenn die Gefahr neuerlicher Belästigung besteht, dafür sorgen, dass beim nächsten Mal ein Zeuge in der Nähe ist, um dann anschließend entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

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Was der Arbeitgeber tun muss

Wird an den Arbeitgeber eine Beschwerde wegen sexueller Belästigung herangetragen, muss er den Sachverhalt prüfen, und die Betroffenen und die benannte Zeugen anhören. Er muss dann geeignete Maßnahmen treffen, um die Belästigung für die Zukunft abzustellen.

Die Schutzpflicht des Arbeitgebers erfasst nicht nur die Belästigung durch Arbeitnehmer des Betriebes, sondern auch zum Beispiel durch Kunden, Besucher oder durch Arbeitnehmer im Betrieb befindlicher Fremdfirmen.

Bei "geringer" Belästigung (z.B. sexueller Bemerkungen) kann eine Abmahnung ausreichend sein. In schwerwiegenderen Fällen kommt eine Versetzung eines der beiden betroffenen Arbeitnehmers, in besonderen Fällen sogar eine Kündigung des Belästigers in Betracht. Bei grober wiederholter sexueller Belästigung kann bereits nach der ersten Beschwerde eine außerordentliche Kündigung gegen den Belästiger ausgesprochen werden.

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Recht auf Arbeitsverweigerung

Wird der Arbeitgeber auf die Beschwerde hin nicht tätig und ergreift keine Maßnahme, um die Belästigung wirksam zu unterbinden, ist der Belästigte berechtigt, nach entsprechender schriftlicher Vorankündigung die Arbeit (je nach den Umständen) zu verweigern. Ist es dem Betroffenen möglich, an einer anderen Stelle des Betriebes weiterzuarbeiten, ohne dort mit dem Belästiger in Kontakt zu kommen, muss er diese Möglichkeit wählen.

Rat und Hilfe bekommen Sie auch von Ihrer zuständigen Gewerkschaft. Sind Sie Mitglied einer Gewerkschaft, haben Sie Anspruch auf kostenlosen Rechtsschutz. Mitglied werden lohnt sich also!

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